Elsewhere „Behind the Scenes“ ist jetzt komplett

Unsere neueste Filmproduktion Elsewhere hatte im November Premiere. Seit den Dreharbeiten haben Gerda und ich, in unregelmäßigen Abständen, Beiträge über die einzelnen Phasen der Produktion veröffentlicht.

Jetzt ist die Reihe komplett und ihr könnt sie auf der Artfeeders Homepage nachlesen.

  1. Das Team von Elsewhere
  2. Die Entwicklungsphase
  3. Kostüme und Props
  4. Das Hexenkostüm
  5. Die Locationsuche
  6. Der Dreh
  7. Die Postproduktion
  8. Premiere

Elsewhere Still Pia

Mehr Inspiration durch mehr Input

“One ought, every day at least, to hear a little song, read a good poem, see a fine picture, and, if it were possible, to speak a few reasonable words.”

– Serlo aus Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“

Inspiration kommt heutzutage in vielerlei Gestalt daher. Aber genau so vielgestaltig ist auch Ablenkung. Als Kunstschaffender ist es wichtig eine Balance zu finden, damit man nicht komplett in eine Richtung kippt.

Beispielhaft dafür, wie eine solche Balance aussehen könnte, ist das obige Zitat des Theaterleiters Serlo aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ von Goethe.

Dabei dreht sich Alles darum, die eigene Inspiration aus vielen Quellen zu beziehen. Das hilft dabei, eine eigene künstlerische Stimme zu finden und zu entwickeln. Wenn man immer nur zu denselben Quellen zurück kehrt, läuft man Gefahr „nur“ ein Sprachrohr eben jener Quelle zu werden, anstatt selbst etwas zu sagen.

In Search of Incredible

Erfolg in der Kunst als messbare Größe

Viel zu oft beschäftigt uns die Frage nach dem Erfolg in der Kunst. Wir konzentrieren uns darauf „erfolgreicher“ zu sein als Andere. Allerdings ist Erfolg in der Kunst eine schwer bis gar nicht messbare Größe.

Aufschauen oder herab schauen

Die Klassiker

Die Einen messen ihn am eingespielten Gewinn, die Anderen am erreichten Publikum. Manche lassen nur Kritikerstimmen gelten oder Standing Ovations.

Seltene Hardliner mancher Richtungen meinen, wenn Kunst die Massen begeistert, hat sie ihr Thema verfehlt und Kunst könnte niemals Entertainment sein.

Die Unternehmer

Ein Unternehmerstandpunkt kann sein, dass sich die Produktion ohne staatliche Subventionen und Sponsoring selbst tragen können muss. Ein Werk welches dies nicht tut, ist wirtschaftlich nicht rentabel. Wenn ein Produkt ständig von außen mit Geld gestützt werden muss, wird es beim Wegfall dieser Stütze kollabieren.

Ein anderer Unternehmer könnte darauf aus sein, das Produkt staatlich subventioniert zu produzieren und dann zu verkaufen. So üblich bei Technik StartUps.

Die „Politiker“

„Kunst ist seit jeher das politische Gewissen der Gesellschaft“ trifft auf „politische Inhalte haben in der Kunst nichts zu suchen“.

Was jetzt?

Alle diese Ansichten können zur Beurteilung herangezogen werden. Aber keine Produktion kann alle befriedigen.

Würde eingespielter Gewinn einen eindeutigen Indikator darstellen, wären alle kleinen Theaterhäuser oder freien Theatergruppen als erfolglos einzustufen. Nicht selten bewegen diese aber die Zuschauer viel mehr als große Produktionen.

Würde die Reichweite bestimmen, könnte sich niemand mit Youtube Channels über Katzen oder Videospielen messen. Würden Standing Ovations zählen hätten all jene die nicht Live performen keine Chance und diejenigen die nur Freunde in ihren Vorstellungen haben, wären die Könige.

Wären staatliche Subventionen einen Ausschlussgrund, wäre die österreichische Kultur tot.

Unsere Arbeit über eine unbestimmbare Größe zu vergleichen bringt nichts und verschwendet Zeit, die wir nutzen könnten, um in dem was wir tun, zu wachsen.

 

Aktive Mitsprache und Ehrlichkeit

In Gesprächen, welcher Art auch immer, ist es wichtig sich aktiv einzubringen, wenn man etwas zu sagen hat. Auf gut Deutsch: Man sollte den Mund aufmachen, wenn das Thema angesprochen wird.

Nichts zu sagen und nachher im Kreis mit Freunden, dasselbe Thema mit neuen Ideen nochmal aufzuwärmen bringt wenig. Es vergeudet Zeit und kostet uns vielleicht eine entscheidende Erkenntnis.

Genau so wichtig ist es, in den Punkten die man anspricht, ehrlich zu sein. Wenn wir als Gemeinschaft etwas nicht lernen, weil jemand kritische Informationen oder auch nur eine wichtige Meinung für sich behält, ist das schlecht für Alle. Jeder von uns könnte das fehlende Puzzleteil in seinem Kopf haben, dass Andere brauchen um ihr Puzzle zu lösen.

Unternehmenskultur

„Unternehmenskultur“ ist einer jener Begriffe, der von Unternehmern und Unternehmensberatern gleichermaßen hochgehalten wird. Darunter versteht man Regeln und Verhaltensmuster, die zur Entwicklung von gemeinsamen Werten innerhalb des Unternehmens führen.

Solche Richtlinien und Ideen für das eigene Unternehmen, egal welcher Ausrichtung, können schnell definiert bzw. erdacht werden. Alleine dadurch entwickelt sich aber kein gemeinsames Wertemodell. Dazu bedarf es jahrelanger Praxis, in der ein überwiegender Großteil der beteiligten Menschen, konsistent nach denselben Werten handelt.

Das ist der Stoff aus dem kulturelle Bewegungen geboren werden und marktführende Unternehmen entstehen. Eine solche Kongruenz zwischen Werten und Taten kann nicht erzwungen werden, sondern braucht Zeit zum Wachsen. Und sie braucht die richtigen Leute, die sich wirklich mit der Idee identifizieren.

Die Parallele zwischen Kunst und Industrie

Wirtschaft/Industrie und Kunst werden oft als zwei wenig miteinander verbundene Bereiche der Gesellschaft dargestellt. Diese Meinung ist aber weit entfernt von der Realität.

Denn auch in der Kunst hat die „Marktwirtschaft“ um sich gegriffen. Viel zu oft wird „produziert“ weil man es kann, und nicht, weil man etwas zu sagen hat. So entstehen einerseits jedes Jahr neue Versionen desselben Handys, die nur aufgrund massiver Werbebudgets verkauft werden und andererseits sinnbefreite Kunst, die nur dazu dient, dass Kunsteliten und „Fachmänner“ sich gegenseitig auf die Schulter klopfen können.

Dabei entstehen unzählige kreative Werke, die nur deshalb als unglaublich kreativ gelten, weil die wenigsten Leute die Referenz kennen. Damit haben wir das traurige Äquivalent zu oben beschriebenem Handy.

Das Phänomen der Überproduktion, die zu einer „Wegwerf“-Mentalität führt, ist allgegenwärtig. Leider auch in der Kunst.

Tarnen und Täuschen – die Verschleierung des Offensichtlichen

Streetart in Venedig

Heutzutage gibt es einen traurigen Trend, Dinge durch Sprache zu tarnen um Gesprächs- oder Geschäftspartner zu täuschen.

Ich denke in einer angeblich aufgeklärten Welt, sollte man die Dinge beim Namen nennen. Eine versuchte Verschleierung von Tatsachen, in einer solchen Weise, ist eine Beleidigung der Intelligenz des Gegenübers.

Wunderbare Beispiele für solche Tarnungen sind „Kooperationen“, die in Wirklichkeit Sponsoring sind und der kleine Unterschied ob man mit oder für jemanden arbeitet. Es liegt an jedem Selbst, für sich die Grenze zu ziehen, wo geschickte Formulierungen aufhören und Lügen anfangen. Es sollte aber eingesehen werden, dass Dinge klar auszusprechen, uns allen das Leben sehr erleichtern würde.