Tight Eyez vs Junior oder Krump vs Breaking

Normalerweise kommentiere ich keine Battles oder aktuelle Geschehnisse aus der Tanzszene aber die Geschichte um Tight Eyez und Junior läuft mometan ein bisschen aus dem Ruder weil die Sache im falschen Kontext betrachtet wird. Wer nicht weiß um was es geht, kann sich hier das Video reinziehen.

Die Gemüter sind erhitzt, eh klar und es breitet sich eine Diskussion über Krumping gegen Breaking oder Krumper gegen B-Boys aus. Was die meisten übersehen: es geht hier klar nicht um Krumping, Breaking oder Tanz an sich.

Was hier zu kritisieren ist, ist Respektlosigkeit eines Menschen gegenüber einem Anderen. Jeder der daraus eine Sache von Tanzstilen oder Kulturen gegeneinander macht ist entweder dumm oder will die beiden Kreise gegeneinander aufhetzen. Lasst uns die Sache nicht unterstützen.

Tanzstile haten einander nicht. Menschen tun das.

Wie die Zusammenarbeit in flexiblen Strukturen hilft in Nischenmärkten zu überleben

Gerade als freischaffender Künstler bewegt man sich häufig in einem Nischenmarkt. und das Bauchgefühl rät einem dazu nicht mit der Konkurrenz zusammen zu arbeiten, die in derselben Nische aktiv ist.

In den meisten Fällen jedoch ist es wesentlich vorteilhafter sich mit Allen zu vernetzen, die im selben Bereich tätig sind.

Ein Beispiel aus der österreichischen Hip Hop Tanzszene: Seit Jahren gibt es eine lose Gruppierung von Tänzern die, in immer unterschiedlicher Zusammensetzung, zahlreiche große und kleine Projekte umsetzen. Diese beinhalten Eventorganisation, Theaterproduktionen, Filme, kommerzielle Showprogramme, Modelabels und Musikproduktionen. Unter jeweils anderer Leitung werden die Projekte vom selben Personenkreis umgesetzt. So können alle auf einen relativ großen Pool an erfahrenen Leuten zurück greifen und haben das ganze Jahr Arbeit.

Künstlersozialversicherungsfonds

Ich habe heute, nach langem Hin und Her, die letzten notwendigen Unterlagen an den österreichischen Künstlersozialversicherungsfonds geschickt. Der KSVF bezahlt Teile der Pflichtversicherung von freischaffenden Künstlern, insofern die eigene Arbeit als Kunst eingestuft wird.

Vor 2016 waren diese Regelungen sehr streng und es war ein rechter Kampf da rein zu kommen. Die Richtlinien wurden aber 2016 erneuert, was nun auch den Zugang für Leute ermöglicht die mit dem Vermitteln und Unterrichten von Kunst zu tun haben.

Deshalb würde ich Allen die im künstlerischen oder kunstnahen Bereich arbeiten empfehlen zu checken ob sie nicht unter die Kriterien fallen. Immerhin ist die SVA teuer und wir um jede Hilfe dankbar die wir kriegen können.

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Homepage des KSVF.

Soziale Medien sind nicht das Problem

Oft haben wir das gefühlte Problem das soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram uns davon abhalten wichtigere Sachen anzugehen. Diesen Umstand jedoch auf die sozialen Medien zu schieben ist schlichtweg falsch.

Wenn wir nix weiter kriegen weil wir zuviel online abhängen, sind das Problem unsere Prioritäten, nicht die sozialen Medien. Facebook und Co. kann man leicht ignorieren, wenn man wichtigeres zu tun hat.

via GIPHY

Eine Bitte an die DJs

Im heutigen Beitrag geht es um Faulheit … und darum wie man mit dieser anderen Leuten schadet, obwohl man mit deren Arbeit Geld verdient. DJs die ausschließlich eigene Musik auflegen dürfen hier aufhören zu lesen, ebenso diejenigen die nach jedem ihrer Gigs eine Setliste an die AKM oder Austromechana schicken.

In Österreich gibt es einen sehr umstrittene Institution: die AKM. Diese kümmert sich darum, dass Musikschaffende Kohle bekommen wenn ihre Musik gespielt wird. Egal ob man die AKM gut findet oder nicht – sich gar nicht mit ihrer Funktion zu beschäftigen und seinen Teil beizutragen schädigt die Leute welche die Musik geschaffen haben, die ihr spielt. Denn jeder legale Veranstalter bei dem ihr spielt (also keine geschlossenen Parties beim Nachbarn, sondern Clubs, öffentliche Parties, korrekt veranstaltete Battles usw.) zahlt einen Beitrag an die AKM (entweder pauschaliert übers Jahr oder als Einzelveranstaltungsbeitrag). Dieser geht anteilig an die Künstler der Musikstücke die ihr gespielt habt.

Eh geil, oder? Im Prinzip schon aber leider ist es unter DJs nicht unüblich die Setliste mit den gespielten Tracks nicht abzugeben. Das führt dazu, dass der Beitrag der Veranstaltung über einen komplexen Aufteilungsschlüssel vergeben wird, der die Kohle zu großen, bekannten Artists schickt. Kurz, zu den Leuten die ohnehin auf Ö3 laufen und deshalb die Tantiemen nicht so sehr nötig haben. Und die Leute mit deren Musik ihr Geld verdient (vorausgesetzt ihr spielt nicht gratis, aber wer will das schon) schauen durch die Finger. Voll uncool. Deshalb: sei nicht asozial und gib die Setliste ab, damit die Leute die den geilen Sound gemacht haben, den Du auflegst auch ein bisschen was davon haben.

Das fehlende Instrument

Auf dem Red Bull Beat Riders Camp 2007 hatten wir einige sehr interessante Diskussionen über die verschiedensten Themen. Eine davon drehte sich um das Thema Musikalität, welches für mich schon immer sehr interessant war.

B-Girl Asia 1 machte dabei ein Statement welches immer wieder gerne zitiert wird:

When dancing I don’t follow the music. It is more like I am playing the missing instrument to the track.

Auf diese oder ähnliche Aussagen wird immer wieder verwiesen, wenn Leute nicht zur Musik tanzen. Sie erklären dann auch, sie würden das fehlende oder ein eigenes Instrument vertanzen. Das ist schön und gut aber darf nicht als Ausrede herhalten müssen wenn man einfach nicht auf die Musik hört (unabhängig davon ob man es nicht kann oder nicht will).

Ein Instrument zu bestehender Musik zu Improvisieren und dabei gut zu klingen ist nicht so einfach. Man muss den Regeln der zugrunde liegenden Musik folgen damit das auch funktioniert. Einfach nur irgendwas zu machen und zu behaupten, man spiele das fehlende Instrument, ist anmaßend und respektlos gegenüber den Leuten die es können. Asia 1 gehört zu den Leuten die das können, die meisten B-Boys die behaupten sie täten es auch leider nicht.

 

#thinklikeamusician